Gesundheitsdaten im Netz



Google und Microsoft im elektronischen Gesundheitsmarkt

Mittels Informationstechnologie soll der Patient sich aktiv in den Behandlungsprozess einbringen und dem Arzt auch einmal widersprechen können. Es soll ein partnerschaftliches Verhältnis zwischen Arzt und Patient entstehen. US-Wissenschaftler nennen die Mitbestimmung und die vermehrte eigene Verantwortung des Patienten in der Therapie und Behandlung „Patient-Empowerment“.

In einer Studie haben in Amerika im Jahr 2000 die Marktforscher von Harris Poll ermittelt, dass 27 Prozent der Erwachsenen (in der Studie genannte „Cyberchonder“) sich manchmal oder regelmässig im Internet über medizinische Themen informieren. 58 Prozent besprechen dann ihre gesammelten Informationen mit dem behandelnden Arzt. In Internetportalen wie beispielsweise dem Portal Hungrig Online (einem Protal zum Thema Essstörungen) können sich Betroffene, Angehörige, Lehrer und Fachleute über ein medizinisches Thema informieren und sich auch in Diskussionsforen oder per Chat austauschen.

Die Firma Revolution Health bietet auf einer Website Texte zu Krankheiten, Foren für Kontakte zu Experten und Nutzern und eine Ärzte- und Klinik-Suchmaschine an. Weiter können angemeldete Nutzer Daten wie Impfungen, die Blutgruppe, das Gewicht und den Body-Mass-Index in persönlichen Krankenakten abspeichern. Vor einem Arztbesuch können die erfassten Daten zusammengestellt und ausgedruckt werden. Revolution Health finanziert sich mit Werbung auf der Website und mit Nutzerbeiträgen für Premiumdienste. Auch werden auf der Site Produkte verkauft (Windeln, Hustensaft, …).

Das Projekt von Microsoft heisst Healthvault. Nutzer können ihre Gesundheitsakten ihrem behandelnden Arzt zugänglich machen und der Arzt kann die Daten in der Akte dann aktualisieren. Die Daten können mit Programmen (und zwar sind das externe Seiten von Drittanbietern) eingegeben werden. Ein Drittanbieter ist zum Beispiel die amerikanische Heart Association. Hier muss sich der Nutzer registrieren und kann die Daten dann eingeben. Finanziert soll das Ganze mit Anzeigen neben Suchergebnissen werden. Die Gesundheitsakte soll werbefrei bleiben.

Google Health ist eine Plattform auf welcher ebenfalls eine Patientenakte angeboten wird. Auch hier muss sich der Nutzer registrieren. Die Nutzer können selber entscheiden, welche Informationen sie in ihrer Patientenakte abspeichern. Der Austausch von Gesundheitsdaten zwischen Google Health und Leistungserbringern erfolgt, indem sich der Nutzer auf der Site des Leistungserbringers einloggt und bestätigt, dass er dem Austausch der Daten zustimmt. Weiter kann der Nutzer auch aufgrund des angelegten Profils personalisierte Gesundheitsinformationen erhalten. Google schreibt, dass sie keinerlei finanzielle Beziehungen mit allen in Zusammenarbeit stehenden Unternehmen und Leistungserbringern haben. Google Health finanziert sich im Moment über die Werbeeinnahmen von der zentralen Suchseite von Google. Zum Stand des Projektes verweise ich auf die folgende Seite http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/31/0,3672,7512159,00.html.

Nur wenige Leute verfügen über eine elektronische Patientenakte. Gründe dafür gibt es viele: Die Gesundheitsdaten sind bei verschiedenen Leistungserbringern und liegen häufig nicht digital vor. Der Datenschutz ist nicht ausreichend gewährleistet. Auch die Nutzungsbedingungen der Online-Anbieter sind häufig (gewollt?) nicht durchschaubar. Ein nicht gesetztes Häckchen und schon können die Daten vom Online-Anbieter weitergegeben werden.

(Quelle: Stern, http://www.stern.de/wissenschaft/medizin/:Gesundheitsdaten-Netz-Internetkonzerne-Kranken/617902.html)

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