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Telemedizin = E-Health?

Die Telemedizin ist ein Teilgebiet der Telematik. (http://de.wikipedia.org/wiki/Telemedizin) Der Begriff Telematik besteht aus den beiden Begriffen Telekommunikation und Informatik. Die Telematik verknüpft zwei oder mehrere EDV-Systeme mit Hilfe eines Telekommunikationssystems und einer speziellen Datenverarbeitung. (http://de.wikipedia.org/wiki/Telematik)

Telemedizin bezeichnet die Behandlung über Distanz. Die Kommunikation zwischen Patient und Arzt erfolgt dabei über elektronische Medien (Mail, Chat, usw.) und über traditionelle Kommunikationsmedien (Post, Fax, Telefon, usw.). Auch die Leistungserbringer kommunizieren untereinander über Medien. (TA-Swiss, Zentrum für Technologiefolgenabschätzung, Heilung aus Distanz: Chancen und Risiken der Telemedizin, Kurzfassung der TA-SWISS Studie „Telemedizin“, 2004, Seite 1)

Telemedizin wird in wenig dicht besiedelten Gebieten wie beispielsweise Norwegen eingesetzt, um eine medizinische Beratung zu gewährleisten. Negativ an der Telemedizin ist, dass die Therapiemöglichkeiten beschränkt sind, weil der Spezialist nicht vor Ort ist. In Gebieten mit einer flächendeckenden medizinischen Versorgungsmöglichkeit dient die Telemedizin der Qualitätsverbesserung (Einholen einer Zweitmeinung) und Ausbildungs- und Weiterbildungszwecken. (http://de.wikipedia.org/wiki/Telemedizin)

Anwendungsbeispiel der Telemedizin ist beispielsweise ein Call-Center wie Medi24, bei welchem erkrankte Leute eine erste medizinische Beratung erhalten, bevor sie den Arzt für einen Termin kontaktieren, oder auch Adressen von Spezialisten nachfragen können. Die Beraterinnen und Berater sind ausgebildete medizinische Fachkräfte. Mit diesen Call-Centern kann häufig eine Notfallkonsultation in Spitälern und bei Ärzten vermieden werden, weil während der Beratung klar wird, dass eine Arztkonsultation gar nicht nötig ist.
In Genf wird im Projekt „e-toile“ ein computerbasiertes Patientendossier erarbeitet. Alle Daten aus verschiedenen Gesundheitsinstitutionen werden in diesem Dossier zusammengefügt. Die Patienten können mit einer Zugangskarte bestimmen, wer Zugang zu diesem Patientendossier haben soll. (TA-Swiss, Zentrum für Technologiefolgenabschätzung, Heilung aus Distanz: Chancen und Risiken der Telemedizin, Kurzfassung der TA-SWISS Studie „Telemedizin“, 2004, Seite 2 und 4) Im November 2008 wurde in Genf das Gesetz über das elektronische Patientendossier für medizinisch-pflegerische Leistungserbringer vom Grossen Rat verabschiedet. Ab 2009 ist das Testen von einem elektronischen Patientendossier in Genf gesetzlich erlaubt. (http://www.bag.admin.ch/themen/krankenversicherung/04108/04457/05585/index.html?lang=de)

E-Health wird von der EU wie folgt definiert: “e-Health refers to the use of modern information and communication technologies to meet needs of citizens, patients, healthcare professionals, healthcare providers, as well as policy makers.” (This definition of e-Health was first developed in the e-Health Ministerial Declaration, 22 May 2003, and made during the 2003 e-Health Ministerial Conference) (http://ec.europa.eu/information_society/eeurope/2005/all_about/ehealth/index_en.htm)

Telemedizin ist nicht mit E-Health gleichzusetzen, gehört aber gemäss der obenstehenden Definition zu E-Health.